Über Magazine, TV Serien, Websites und Bücher für und über Sondengänger.

Magazine und TV Serien für Sondengänger

Wer ein Hobby mit Leidenschaft ausübt, will auch gerne durch eine Zeitschrift über aktuelle Entwicklungen informiert werden. Ob das am Zeitschriftenmarkt realisiert werden kann, hängt davon ab, ob die Anzahl der Leute, die dieses Hobby ausübt, ein gewisses Maß überschreitet. In USA und England ist das kein Problem, in Deutschland schon.

Deutschland
In Deutschland erschien von Mitte der 1980er bis Mitte der 1990 Jahre mehr oder weniger regelmäßig das Schatzsuchermagazin „Nugget -Abenteuer, Schätze, Gold, Mineralien“. Dieses Magazin war das Beste, was der deutsche Markt je sah. Vor einigen Jahren konnte man noch alte Ausgaben bestellen, heute (2007) ist mir keine Quelle mehr bekannt.

Von geringerer Bedeutung war das Magazin „Striges“, das mir nur vom Hörensagen bekannt ist.

Heute existiert ausschließlich das 2003 erstmals erschienene „Deutsche Schatzsucher Magazin“ DSM. Website http://www.schatzsucher-magazin.de/ Als einziges Sondengängermagazin im deutschsprachigen Raum kommt dem DSM eine besondere Bedeutung zu.

DSM wird von unentgeltlich tätigen Redakteuren erstellt und ist somit, wie Foren oder Vereine der Sondengänger, ein Engagement von privaten Enthusiasten. Die Zeitschrift erscheint unregelmäßig ca. 2 x pro Jahr. Ausgabe Nr. 8 erschien im März 2007.

Die Qualität, sowohl drucktechnisch als auch inhaltlich, war am Anfang eher gewöhnungsbedürftig, steigerte sich dann aber rasch. Nr. 1 erinnerte in der Machart eher an eine Schülerzeitung der 1980er Jahre. Die Inhalte waren eher von lokalem (hessischen?) Interesse, auf den Bildern war kaum etwas zu erkennen, was insofern nichts ausmachte, als sie nach der Bildunterschrift ohnehin nichts Interessantes zeigten. Ausgabe Nr. 1 stieß auf große Neugierde durch die Sondengänger, die dann vielleicht etwas enttäuscht waren, zumal die Zeitschrift in der Qualität nicht annähernd an Nugget herankam. Man war eben verwöhnt. Rückblickend betrachtet wäre es vielleicht besser gewesen Nr.1 als redaktionsinterne Übung zu betrachten und nicht in den Verkauf zu geben, zumal schon die Ausgaben 2 und 3 deutlich besser waren. Heute lässt die Druckqualität des DSM nichts mehr zu wünschen übrig.

Entscheidend sind die Inhalte. Das DSM steht oder fällt aus meiner Sicht mit a) Bildgeschichten aus der deutschen Sucherpraxis über außergewöhnliche Funde, die in so hoher Qualität nicht in den Fundforen zu finden sind und b) Hinweisen, wie der Leser seine eigene Suchmethodik verbessern kann, so dass er vielleicht selber mal so einen Fund macht. Allgemeine Geschichtsthemen sind als gelegentliches Füllmaterial akzeptabel, sollten aber keinen großen Raum einnehmen. Wer etwas über die Schlacht von Verdun erfahren will, braucht dafür nicht das DSM. Wenn schon Verdun, so wäre ein Bericht über eine genehmigte Detektorprospektion dort für die Zielgruppe interessanter.

Das DSM hat durchaus schon über hochkarätige Funde nach a) berichtet, z.B. stand in der Ausgabe 3) sowohl etwas über einen Goldmünzenfund im Taunus[4], ein bronzezeitliches Beil oder den Fund eines Blutordens. Alleine diese Artikel können den Kaufpreis wert sein.

Insgesamt kommen mir persönlich Inhalte wie a) und b) zwar etwas zu selten vor, aber das Magazin ist trotzdem gut, und es gibt keine deutschsprachige Alternative.



England
In England gibt es sehr viele Sondengänger, viele Sondengängerclubs und somit auch viele potentielle Leser. Zwei monatlich erscheinende Zeitschriften teilen sich den englischen Markt „Treasure Hunting“ (TH) [8] und „The Searcher“ [9]. Qualitativ sind sie etwa gleichwertig, die größeren Marktanteile vermute ich bei „Treasure Hunting“. Diese Zeitschrift erscheint mindestens seit den 1970er Jahren, ist also sehr traditionsreich. Die Seite "englische Sondengängerfunde" [10] zeigt Funde, über die Treasure Hunting in den letzten Jahrzehnten berichtete.

Im Laufe der Jahre schrieb TH über zahllose, ganz außergewöhnliche Funde, insbesondere Hortfunde. Die Zahl der bekannten Sondengängerfunde der Spitzenklasse ist in England weitaus größer als in Deutschland. Neben der meldefreundlicheren Rechtslage spielt hier auch eine wesentlich größere Sucherzahl eine Rolle. Nach (notwendigerweise sehr groben) Schätzungen besitzen dort 100.000 Personen einen Detektor.

Neben gelegentlichen Superfunden beinhalten die Zeitschriften allerdings auch eine großen Teil „üblicher Kram“, wie z.B. Nachrichten aus der Clubszene, die für den deutschen Leser recht belanglos sind.

Schaut man sich die Berichte der Spitzenfunde an, so erfährt man leider so gut wie nie etwas zur Verbesserung der eigenen Suchmethodik (Punkt b)). Warum die Sucher diesen Suchort wählten bleibt meist im Dunkeln, so dass nicht klar ist, ob Kalkül oder Zufall sie dorthin führten. Meist beginnen die Geschichten mit „Joe und ich suchten auf einem neuen Feld und nach einigen Stunden vergeblicher Suche machte es plötzlich ‚Piep’. Wir gruben und sahen es plötzlich golden (oder grünlich) schimmern“. Der Rest des Berichtes bezieht sich auf die Bergung und das mal mehr, mal weniger sucherfreundliche Verhalten der Behörden.

In „Treasure Hunting“ wurden zahlreiche hochwertige Funde beschrieben, wie Horte aller Art, auch bronzezeitliche Horte aus mehreren hundert Teilen, Schwerter, Kanonenkugeln mit 40 und 48 cm Durchmesser.

Stellvertretend für zahlreiche englische Sondengängerfunde der obersten Kategorie seien hier zwei erwähnt: das Mildenham Jewel [1], gefunden mit einem Garrett Detektor, und der Ringlemere Cup [2], gefunden mit einem C-Scope Detektor. Beide sind bekannt und wichtig genug, dass der interessierte Leser Material zu ihnen im Netz finden wird. Ein Photo des Ringlemere Cup ist auf der Seite mit den englischen Sondengängerfunden abgebildet.





In Italien gibt es die Zeitschrift „Metal Detector“ [3].

Die besten Möglichkeiten haben Zeitschriften auf möglichst großen Binnenmärkten, sprich in den USA. Die beiden größten Zeitschriften dort sind „Lost Treasure“[5] und „Western and Eastern Treasure“ [6].







Fernsehserien

Eine eigene TV Serie zum Thema Sondengänger findet sich in den USA unter dem Titel „Treasure Hunting America“. Die Website der Produktionsfirma [7] stellt Episoden zum kostenlosen Download bereit.

Der deutsche Markt ist für eine Fernsehserie über ein solch exotisches Hobby zu klein. Aber hin und wieder zeigt das Fernsehen 30-45 minütige Dokumentationen, wobei die privaten Sender meist objektiver berichten als die öffentlich-rechtlichen.

Sondengänger Websites

Viele Sondengänger betreiben private Webseiten, auf denen sie ihre Funde zeigen. Die besten Seiten zeigen nicht nur viele Funde, sondern vermitteln auch geschichtliches Hintergrundwissen zusammen mit der Faszination des Entdeckens, des Lösens von Geschichtsrätseln. Sie sind alle auf Englisch geschrieben.

Serpent's Wall
Die Sucherin Elena beschreibt Suchen in Rußland bzw. der Ukraine.


Metaldetectingworld
Sergei, ein Taxifahrer aus dem US Bundesstaat New York, beschreibt Expeditionen in die Vergangenheit mit dem Metalldetektor. Seine Suchen finden hauptsächlich in Osteuropa bzw. Rußland statt.


Adventure History - Metal detecting in Germany
Beschreibt die Ergebnisse meiner eigenen Suchen mit dem Metalldetektor in Mitteleuropa, vor allem Deutschland, insbesondere Bayern.

Deutsche Bücher für Sondengänger

Das Angebot sondengängerbezogener Literatur ist im deutschsprachigen Raum sehr begrenzt. Nur zwei Bücher widmen sich ausschließlich der Suche mit dem Metalldetektor.

Der mit Abstand wichtigste Autor ist seit Jahrzehnten der in Bayern lebende Reinhold Ostler. Herr Ostler gilt als der bekannteste Schatzsucher Deutschlands, wenn auch von spektakulären, bestätigten Funden nur wenig öffentlich bekannt ist. Er ist ein ernsthafter Schatzsucher, was für die meisten Personen mit Metalldetektor nicht gilt. Das zeigt sich u.a. in der großen Bedeutung, die er der Recherche zumisst.

Anfang der 1980er Jahren suchte er mit mehreren anderen Personen auf Cocos Island. Zusammen gaben sie über 100.000 DM aus, fanden aber nichts. So eine Erfolgsbilanz ist auf Cocos Island, das mehr als 500 Suchexpeditionen gesehen hat, keineswegs schlecht. Andere haben dort viel mehr Geld in den Sand gesetzt. Der wahre Wert einer solchen Expedition liegt nicht in der Chance auf Reichtum (heute auf Cocos Island aus meiner Sicht gleich Null), sondern in der Erfüllung eines romantischen Lebenstraumes. Das kann man sich ruhig etwas kosten lassen. Übrigens ist eine romantische Ader durchaus typisch für Schatzsucher. Nur deswegen gehen sie einer Tätigkeit nach, die im allgemeinen deutlich weniger Geld einbringt als ein Bürojob.

Es scheint, dass Herr Ostler im Laufe der Jahrzehnte zunehmend dazu übergegangen ist, seine Rechercheergebnisse nicht mehr für die Durchführung eigener Suchen, sondern für das Erstellen von Büchern zu nutzen. Er hat mehrere Bücher über Schatzgeschichten veröffentlicht, sowohl in Bezug auf deutsche Schätze ("Auf Schatzsuche in Deutschland") als auch auf internationale ("Fährte des Goldes" "Geheimnissvolle Schatzsuche"). Sein jüngstes Werk befasst sich mit in der NS Zeit verborgenen Schätzen; allerdings weiß ich nicht, ob es veröffentlich wurde.

Bücher über Schatzgeschichte, die sich übrigens nahezu nie mit der erfolgreichen Suche, sondern fast immer mit Schatzlegenden und erfolglosen Suchen beschäftigen, gibt es mehrere und auch schon vor Herrn Ostler. Was er meines Wissens als erster im deutschprachigen Raum veröffentlichte, waren Anleitungen zu der tatsächlichen Suche mit dem Metalldetektor ("Das (neue) Handbuch für Schatzsucher"). Dieses Buch war im deutschsprachigen Raum lange Zeit einzigartig, hatte auf die deutschen Sondengänger stets großen Einfluss und ist eine schöne Einführung in dieses Hobby. Auch ich erhielt so erst Einblicke in die Detektorsuche.

Herr Ostler ist ein Pionier der Suche mit dem Metalldetektor in Deutschland. An Forumsdiskussionen beteiligt er sich nicht und besondere Freude an der Beantwortung von Emails hat er wohl auch nicht. Er hat mal eine Homepage erstellt, aber danach nicht mehr regelmäßig gepflegt. Diese Entrücktheit trägt zur legendären Aura um seine Person bei.

Soweit ich es mitbekommen habe, ist bzw. war das Verhältnis zwischen ihm und den Denkmalschutzbehörden nicht immer voller Harmonie, was für einen Vollblutsucher völlig normal ist. Ob Herr Ostler immer noch mit dem Metalldetektor sucht oder sich inzwischen ganz seiner Autorentätigkeit widmet, weiß ich nicht.

Das neben "Das neue Handbuch für Schatzsucher" einzige andere deutschsprachige Buch, dass sich ausschließlich mit der Metalldetektorsuche befasst, ist ein relativ junges Werk von Gert Gesink aus dem Jahr 2005: "Handbuch für Sondengänger". Ich selber habe es noch nicht gelesen und kann deswegen nicht mehr dazu sagen. Sollte es mir mal über den Weg laufen, werde ich es sicher aufmerksam studieren.








Englische Bücher für Sondengänger

Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum gibt es in England ein umfangreiches Angebot an Sondengängerliteratur [11]. Auch wer nur über Schulenglisch verfügt, kann z.B. von reich illustrierten Bestimmungsbüchern profitieren. Das etwas andere Fundspektrum schränkt den Nutzen etwas ein, aber es gibt meist schlicht keine deutschsprachige Alternative.

Quellen

[1] http://www-us.flickr.com/photos/mortimer/164466902/

[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Ringlemere_gold_cup

[3] http://www.metaldetector.it/

[4] Online verfügbar unter http://www.schatzsucher-magazin.de/
Menupunkt Exklusivstories - Gold im Taunus

[5] http://www.losttreasure.com/

[6] http://www.treasurenet.com/westeast/

[7] http://www.justiceent.com/tha.htm

[8] http://www.treasurehunting.co.uk/

[9] http://www.thesearcher.co.uk/

[10] Mit freundlicher Genehmigung von / by kind permission of
Treasure Hunting Magazine, http://www.treasurehunting.co.uk/

[11] Das wohl umfangreichste Angebot englischer Sondengängerliteratur findet sich unter www.greenlightpublishing.co.uk . Einige der Bücher kann man auch unter "English Books" bei amazon.de bestellen. Beim Preisvergleich Versandkosten nicht vergessen.

(C) Thorsten Straub, www.sondengaenger-deutschland.de